Winterausstellung im Kloster Hegne
Nina Joanna Bergold und Sarah Lehnert
14. November 2027 – 29. Februar 2028
15:00 – 20:00
Ku08-27
Nina Joanna Bergold
Nina Joanna Bergold zeichnet, meist mit Folie und Raum. Ihre großformatigen schwarzen Scherenschnitte werden, frei gehängt, zu raumgreifenden Rauminstallationen, die umrundet, durchblickt und auf verschiedene Weisen gelesen und begangen werden können. Auf- und abtauchend wie Gesehenes und wieder Vergessenes, wie Notiertes und wieder Verworfenes verbinden sich Details, Figuren und Szenen zu einer offenen Erzählung.
Die verschiedenen Zugänge unseres Körpers und unseres Bewusstseins zur Welt, die Einheit von Forschenden und Erforschtem, die Unmöglichkeiten, die sich daraus ergeben – die Zeichnungen, Drucke und Folienschnitte von Nina Joanna Bergold fragen nach Verbindungen und Resonanzen, in uns und um uns herum. Wie ist unser Bezug zu dem, was uns umgibt? Sind wir Handelnde oder fremdbestimmt? Ob im Analogen oder Virtuellen, äußerlich oder innerlich – häufig sind wir gefangen, kopflos, verstrickt, in unseren eigenen Denkmustern verhaftet und überzeugt von unseren eigenen Konstrukten, ohne sie als solche zu erkennen.
Die Wesen, die die Folienschnitte und Installationen bevölkern, sind fast comichaft überzeichnet, und oft gibt es mehr als eine Möglichkeit, sie zu lesen oder zu vollständigen Figuren zusammenzusetzen. Häufig sind sie bruchstückhaft oder flüchtig wie ihre vom Zwei- ins Dreidimensionale schwingende Räumlichkeit. Es sind Affenmenschen, Kauernde, Denkende. Sie arbeiten, forschen oder beobachten. Mit den Schritten der Betrachterin verändern sie sich, sind blickdicht und dann wieder durchlässig. Im Vorbeigehen lösen sie sich auf im scheinbaren Nirgendwo.
Nina Joanna Bergold studierte freie Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.
www.ninajoannabergold.de
Sarah Lehnert
Vielfältige Sujets aus unterschiedlichsten Kontexten verbindet Sarah Lehnert zu einem Bildkosmos, der um existentielle Fragen von Werden, Vergehen und Überdauern sowie das fortwährende menschliche und künstlerische Streben kreist.
Ausgangspunkt für ihre, zumeist zeichnerischen Arbeiten sind dabei Texte literarischer Klassiker, wie Franz Kafka oder Hermann Hesse, ebenso wie zeitgenössische Bücher von Autor*innen wie Han Kang oder Richard Powers. Doch erschöpfen sich Lehnerts Grafiken nicht in einer bloßen Illustration der literarischen Inspirationsquellen. Vielmehr entwickelt sie grundlegende Themen und Motive assoziativ weiter, eröffnet neue Bezüge und über die ursprünglichen Erzählungen weit hinausgehende Bedeutungsdimensionen.
Ausgehend von Textfragmenten und biografischen Materialien erzeugt Sarah Lehnert in ihren Bildwelten ein Spannungsfeld zwischen spielerischer Konstruktion und gesellschaftlichen Ordnungssystemen, die bewusst hinterfragt werden. Mal besiedeln großformatige, unmittelbar auf die Wand gezeichnete Figuren den Raum, mal erzählen filigran anmutende Zeichnungen von menschlichen Spuren. Ergänzt durch bezeichnete Papierobjekte und konzeptionelle Arbeiten im Raum entstehen surreale Räume, die eingefahrene Sehgewohnheiten auf den Prüfstand stellen.
Sarah Lehnert studierte Textildesign an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und Illustration/Freie Grafik an der Freien Kunstschule Stuttgart.
www.lehnert-illustration.de
Diese Kunstausstellung wird gefördert durch die Crescere Stiftung.

Ort
Allensbach-Hegne Konradistraße 12